Depressionen – eine inklusive Krankheit

01.12.2017 09:14
Dr. Kazin und Selina Senftl (Leitung Offene Hilfen)
Vortrag von Dr. Vitalij Kazin zum Thema Depressionen bei Menschen mit Behinderungen.

Menschen mit depressiven Störungen hat es zu allen Zeiten und in allen Gesellschaftsschichten gegeben. Aufmerken lassen aber neuere Forschungsergebnisse, wonach jeder dritte Mensch mit Intelligenzminderung zusätzlich an einer psychischen Störung leidet.In vielen Fällen ist dies eine Depression. Ursachen von Depressionen sind sehr vielfältig und können körperlich, psychisch oder genetisch bedingt sein. Der Ursprung kann sich neben einer genetisch bedingten Disposition auch auf besonders einschneidende Ereignisse im Leben wie beispielsweiße eine Trennung oder der Tod einer geliebten Person begründen.

Obwohl Depressionen als eine häufig zu beobachtende psychische Störung bei Menschen mit geistiger Behinderung gelten, wirkt sich diese Tatsache jedoch noch zu wenig auf die Arbeit mit diesem Personenkreis aus. Bei Menschen mit geistiger Behinderung sind Depressionen oft durch atypische und unspezifische Symptome gekennzeichnet, welche dahinter nicht gleich eine Erkrankung vermuten lassen. Die Ursache zu ergründen kann helfen, die Behandlung von Depressionen darauf abzustimmen und z.B. ein Trauma von Grund auf aufzuarbeiten. 

Es gibt nicht nur einen erfolgversprechenden Therapieansatz

Es ist unumstritten, dass psychotherapeutische Verfahren auch bei Menschen mit geistiger Behinderung wirksam sind. Zudem ist die Einbeziehung des sozialen Umfeldes des Betroffenen unabdingbar, da das soziale System sowohl den Menschen mit Behinderung erheblich beeinflusst als auch von ihm erheblich beeinflusst wird. Die Vermittlung von Kompetenzen, von Bewältigungsstrategien und vor allem die Gestaltung des sozialen Umfelds sind für die seelische Gesundheit gerade behinderter Menschen von großer Bedeutung.  

Gute Erfolge lassen sich laut Dr. Kazin zudem nicht nur durch schulmedizinische Medikationen, sondern auch durch alternative Verfahren wie Homöopathie, Aromatherapie und Pflanzenheilkunde erzielen.

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